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POLYCOM das neue schweizerische Sicherheitsfunknetz

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Polycom nennt sich das 1998 beschlossene gesamtschweizerische Sicherheits- und Rettungsfunknetz welches künftig die Kommunikation auf operativer Ebene zwischen sämtlichen nationalen und kantonalen Sicherheits- und Rettungsorganisationen garantieren soll. Polycom funktioniert auf Basis des Tetrapol-Standard. Das digitale Bündelfunksystem Polycom wurde speziell für die Kommunikationsanforderungen von BORS (Behörden, Organisationen, Rettungs- und Sicherheitsdienste) konzipiert. Es ist ähnlich wie das GSM ein zellulares Netz und in der Netzstruktur vergleichbar mit analogen Bündelfunknetzen. Das System wird im UHF-Frequenzbereich betrieben. Die technische Ausrüstung wird in der Schweiz von der Firma Siemens angeboten. 

An der Sitzung vom 21. Februar 2001 hat der Bundesrat der gemeinsamen Finanzierung des Sicherheitsfunknetzes Polycom durch Bund und Kantone zugestimmt und das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport beauftragt, die Nationale Komponente sowie den Armeeteil von Polycom zu realisieren.

Das Sicherheitsfunknetz Polycom wird für die Bereiche Rettung und Sicherheit benötigt und von Behörden und Organisationen für die subsidiäre Zusammenarbeit benutzt. Durch die Realisierung und Verknüpfung von Teilnetzen der Kantone und des Bundes wird Polycom zu einem Sicherheitsfunknetz von nationaler Bedeutung.

Unter dem Dach von Polycom ist geplant die folgenden Anwender zusammenzuführen:

  • Grenzwachtkorps für Unterhalt und Einsatz-Leitstellen

  • Armee sowie MIL-Sicherheitsanwendungen (wie Argus/Vulpus)

  • EJPD (Bundesamt für Polizei BAP)

  • Zivilschutz

  • Polizeidienste (kantonale und städtische)

  • Feuerwehren

  • Rettungsorganisationen wie Ambulanzen und Rega

  • weitere wie Dienste der SBB, der Flughäfen, kantonale Dienste

Gerlikon TGMit Polycom werden wichtige Lücken in der interkantonalen Funk-Kommunikation aber auch in der funktechnischen Kompatibilität innerhalb einzelner Organisationen geschlossen. Der Bund finanziert die nationalen Komponenten, die Bereitstellung der Teilnetze für Grenzwachtkorps und Armee sowie die Beschaffung, den Unterhalt und den Betrieb der Endgeräte von Grenzwachtkorps, Armee, Zivilschutz und Bundesamt für Polizei. Die Investitionen für den Vollausbau des nationalen Sicherheitsfunknetzes Polycom belaufen sich gesamthaft auf rund 420 Millionen Franken.

Erster Anwender von Polycom war das schweizerische Grenzwachtkorps. Ein erstes Teilnetz für die Grenzabschnitte Mendrisio, Lugano sowie den Kt. TG und Neuenburg ist erstellt. Auch der Kanton Aargau hat sein altes analoges Funknetz Mitte Januar 2003 mit Polycom ersetzt. Weitere Informationen zum Ausbaustand. Funkfrequenzen und Standorte finden Sie in den Publikationen, bzw. CD-Datenträger vom Poly-Verlag.

Auch der Kanton Thurgau hat sich für Polycom entschieden. Das neue Funknetz ist seit Ende 2001 in Betrieb und umfasst derzeit 14 Fixstationen inkl. Tunnelversorgung in Frauenfeld. Damit wurden die bisherigen analogen Funknetze der Kantonspolizei, des Tiefbauamt, des Sanitätsdienst und des Zivilschutzes ersetzt. Dabei werden einzelne Standorte und Infrastrukturausrüstungen des Grenzwachtkorps mitbenutzt (Teilnetz Grenzabschnitt Kreuzlingen).

Seit dem Dezember 2007 ist das POLYCOM-Teilnetz des Kantons Uri in Betrieb. Rechtzeitig zum Start der neuen Kantonspolizei, Police Bern und hinsichtlich der EURO 08 wurde das neue Sicherheits- und Rettungsfunksystem POLYCOM am 13. Dezember 2007 in der Stadt und Agglomeration Bern (Region 4) erfolgreich in Betrieb gesetzt. Die beiden Kantone Basel-Stadt und Schaffhausen habe ihre Teilnetze per 31.03.2008 in Betrieb genommen. Am 22. Mai 2008 konnte das Waadtländer-POLYCOM-Teilnetz mit 63 Basisstationen noch rechtzeitig vor der EURO'08 in Betrieb genommen werden. Seit Ende Oktober 2009 nutz auch die Kapo Zürich Polycom.



Ausbaustand per Oktober 2009:

Polycom netz, anklicken für grosses Bild...


Das Bundesamt für Zivilschutz (BZS) strebt für den zivilen Katastrophenschutz der Schweiz die funktechnische Integration in das Polycom Funknetz an. Hier möchte man über eine entsprechende Infrastruktur unter anderem einsatzleittechnische Optimierungen in den Bereichen Rettung und Sicherheit erreichen. Zu diesem Zweck wurde das
zentrale und gesamtschweizerische «Kompetenzzentrum Ausbildung Polycom» in Schwarzenburg BE als Tetrapol Schulungsanlage errichtet.

Technik
Das ganze Polycom-System wird aus vielen Teilnetzen, meistens pro Kanton erstellt. Die Übertragung von einem zu anderen mobilen Teilnehmern erfolgt über Relais-Basisstationen, wobei die Reichweite gegenüber heutigem analogem Betriebsfunk bei gleicher Sendeleistung um bis zu 1,8 höher liegen kann. Davon profitiert auch die Datenrate, die bis an die Empfindlichkeitsgrenze nahezu konstant bleibt. Jede Basisstation (Zelle) verfügt über einen Kontrollkanal (CC control channel) und ein oder mehrere Verkehrskanäle (TC traffic channel). Der Kontrollkanal ist dauernd aktiv, während die Verkehrskanäle entsprechend dem Verkehrsaufkommen (Sprache/Daten) senden. 

 

Frequenzbereich:
Fixstationen: 390.00625 - 392.99375 MHz
Mobilstationen: 380.00625 - 382.99375 MHz
Duplexabstand: 10 MHz
Kanalraster: 12.5 kHz
Zelle: pro Zelle bis max. 24 Kanäle
Sendeleistung: Basisstation typ. 25 W, Mobilstation 1-10 W
Modulation: FDMA (Frequency Division Multiple Access)
Systemtechnik: Tetrapol (Faktenblatt Tetrapol)



Für Einsätze in Gebieten ohne Funkinfrastruktur wie zum Beispiel in Kellern und Tunneln oder nach Naturkatastrophen können die Sprechfunkgeräte in den Direct Mode umgeschaltet werden, wo sie als unabhängige Funkgeräte funktionieren und so die Kommunikation der Einsatzkräfte untereinander aufrecht erhalten. Für die Alarmierung - insbesonders bei der Feuerwehr - ist auch ein Pagersystem integrierbar. 

Da bei Polycom alle Verbindungen von Endgerät zu Endgerät durchgängig verschlüsselt sind, ist auch ein Abhören ausgeschlossen. Mit automatisch wechselnden Schlüsseln wird jeder Code schon lange verändert, bevor er entziffert werden könnte. Gleichzeitig gibt es aber auch die Möglichkeit zur unchiffrierten Übermittlung von Nachrichten, was zum Beispiel für die Kommunikation zwischen Polizei und Feuerwehr wichtig sein kann. Auch der Diebstahl eines Gerätes wird den Langfinger nicht dauerhaft erfreuen. Denn jedes Funkgerät lässt sich mit einem einfachen Befehl überall im Netz vorübergehend oder dauerhaft ausser Betrieb setzen.

Zu weiteren Pluspunkten von Polycom zählt auch die Integration des Funksystems in vorhandene Daten- und Telefonnetze mit Hilfe von Standardschnittstellen. Ein echter Gruppenruf, in dem die wichtigsten Anrufziele zusammengefasst werden, ein extrem schneller Verbindungsaufbau, ein Systemmanagement mit flexibler Priorisierung der Teilnehmer und anwendungsorientierte Dispatcher-Systeme zur Einsatzsteuerung sind weitere Merkmale.

Quellen:
www.tetrapol.com
www.bevoelkerungsschutz


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Gerlikon/TG
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Aktualisiert am 09. November 2009

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